Nicht nur Wintersport: Anekdoten und Geheimtipps der französischen Skiorte

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Nicht nur Wintersport: Anekdoten und Geheimtipps der französischen Skiorte

Die französischen Skiorte Châtel, La Plagne, Le Grand Bornand, Les Gets, Les Menuires, Val d’Isère und Val Thorens haben neben dem Wintersport auch viele Besonderheiten zu bieten. Von vergangenen Abenteuern sowie Geschichten, außergewöhnlichen Persönlichkeiten über tierische Kunstwerke und nordische Fortbewegungsmittel bis hin zu einer Übernachtung unter offenem Himmel lassen sich eine Vielzahl an Aktivitäten realisieren. Hier hat jeder die Möglichkeit, eine Erinnerung fürs Leben mit nach Hause zu nehmen.

Châtel: Schmuggel in der Bergwelt

Da Châtel nahe der Schweizer Grenze liegt, erlebte der Schmuggel dort einige blühende Jahre. Über versteckte Pfade im Juragebirge wurden Handelsgüter an den offiziellen Grenzposten
vorbeigeschleust. Heute stellt die ehemaligen Zollstelle, das heutigen Informationszentrum für Bergschmuggel, diesen Teil der Geschichte künstlerisch dar: Anekdoten, Illustrationen, Auszüge aus
den Archiven der Zollstation und Augenzeugenberichte werden hier in Szene gesetzt. Beim Besuchen des kleinen Museums gehen Kinder und Erwachsene auf eine Reise in die Vergangenheit: Sie
verfolgen das Katz-und-Maus-Spiel zwischen den Schmugglern und den Zollbeamten, bekannt als „Gabelous“, und erfahren, was sich damals in den Bergen von Portes du Soleil zugetragen
hat. Eine temporäre Ausstellung über das Alkohol-Destillationsverfahren garantiert weitere, interessante Einblicke in ein noch heute aktuelles Thema. Die Produktion von Hochprozentigem ist schon immer von Gesetzen kontrolliert und mit hohen Steuern belegt worden. Daraus resultierte der illegale Schmuggel im Grenzgebiet. Besucher decken hier die Geheimnisse der Destillierkunst auf und lernen ein paar Schmuggel-Tricks der Schwarzhändler. Eintritt für Erwachsene: 4 Euro. Kinder (7-16 Jahre): 3 Euro. Familienticket: 12 Euro.

La Plagne: „Bibi“, der etwas andere Skilehrer

In La Plagne unterrichtet der lebenslustige Skilehrer Alain Juglair alias “Bibi“ seit 1986 in der Skischule von Belle-Plagne. Er überrascht seine Kunden mit seinem Einfallsreichtum und steckt diese mit seiner Leidenschaft für die Berge an. Abseits abgetretener Pfade bietet er ungewöhnliche Events an und begeistert seine Kunden nicht nur mit seinem Wissen über die Region und das
Skifahren, sondern auch mit seiner Menschlichkeit und seinen exotischen Ideen – auch bei schlechtem Wetter. So gibt es beispielsweise das „Picknick Deluxe“, bei dem Spezialitäten wie Ofen-Gänseleber, Riesengarnelen, Spanferkel und Carpaccio St. Jacques auf Tischen im Freien, die mit Tischdecken und Kerzenständern dekoriert sind, angerichtet werden. Auch spontan auf der Piste veranstaltete Geburtstagsfeiern und Ausflüge wie „champagne jacuzzi“ in einem Chalet in der Nähe der Pisten gehören zu seinem Repertoire. Bibi ist mehr als ein Skilehrer oder Touristenführer. Er hat die Gabe, kleine Oasen auf Zeit inmitten der Berge zu erschaffen. Touren mit Alain Juglair sind ein richtiger Geheimtipp und werden auf keiner offiziellen Webseite erwähnt. Sie lassen sich nur über das lokale Büro der französischen Skischule ESF in La Plagne buchen. Dort fragt man einfach nach “Bibi” und zahlt den selben Preis, wie für einen normalen Tagesskikurs plus Verpflegungskosten. Die Touren gibt es auch auf Englisch.

La Plagne Ski

La Plagne in Frankreich ©La-Plagne-Philippe-Royer

Le Grand Bornand: Die Hauptstadt der Kuh

In Le Grand Bornand gibt es nicht nur 2.000 Einwohner, sondern auch 2.000 Kühe. Dieses eher ungewöhnliche Verhältnis spiegeln die Wichtigkeit des Nutztieres für den Ort wieder. Es gibt 70
landwirtschaftliche Betriebe. 1.200 Tonnen Reblechon-Käse, der „reblechon fermier“, bekannt durch Gerichte wie z.b. Tartiflette werden im Jahr produziert. Somit ist die Wiege des französischen
Alpenkäses auch gleichzeitig die wichtigste landwirtschaftliche Gemeinde in der Region Haute-Savoie. Dies ist ein guter Grund der Kuh einen speziellen Platz im Stadtbild zu geben: Überall verteilt, im Dorf und auf den Pisten, lassen sich Skulpturen aus Holz, Metall und Stein sowie Fresken bewundern. Die von verschiedenen Künstlern erschaffenen Kunstwerke bringen ein humorvolles “Augenzwinkern” in den Skiort. Die Ausstellung lässt sich mit Hilfe einer Karte vom lokalen Tourismusbüro entdecken. Zusätzlich begleiten viele Aktionen für das Publikum die Kuh-Kunst – das Ganze ist so erfolgreich, dass sich Le Grand Bornand selbst als die Hauptstadt der Kuhkunst ausgerufen hat. Nach der Kunst muss man die Bergspezialitäten testen: In dem Lokal „La Ferme de Lormay“ bietet der gelernte Spitzenkoch Albert Bobamy seine Lieblingsgerichte an. Bei Albert, „Chez Albert“ wie es die Einheimischen nennen, genießen und plaudern fast nur Ortsansässige und Stammgäste. Ein echter Insidertipp.

Bornand Kuhaus Frankreich

Le Grand Bornand Kuhaus ©Le Grand Bornand

Les Gets: Miti, der japanische Käsemeister

In Les Gets stellt ein japanischer Käsemeister in der Käserei „Fruitière des Perrières“ typisch savoyischen Käse her. Miti’s außergewöhnliche Lebensgeschichte fing mit einer Übertragung der
Tour de France an. Ursprünglich wollte der Japaner aufgrund seiner Faszination für Kühe ein Bauer werden und seinen eigenen Hof aufbauen. Diesen Traum wollte er dann in Frankreich verwirklichen. Auf einem Hof in den französischen Alpen, der ihm Einblicke in die Landwirtschaft und eine Unterkunft gewährte, entdeckte er die Käseherstellung und entschloss sich Käsemeister zu werden. Jetzt stellt er neben den lokalen Käsesorten Abondance, Tomme de Savoie und Raclette Käse auch seine eigenen Sorten her: den „Bleu des Gets“ und „Saveurs des Gets“. Einige seiner
Käsesorten kann man in der Sennerei von Les Perrieres, eingebettet in einem Landgasthof, probieren. In den alten Reifekellern, die schon über hundert Jahre alt sind, erfreuen sich die Gäste an den Spezialitäten. Miti weiht seine Besucher in die Käsekunst ein und gewährt Einblicke in die Herstellung seiner eigenen Sorten. Die Sennerei ist mit seiner nostalgischen Note eine unumgängliche Adresse des Ferienorts. Während der Saison sind Besuche unter der Woche möglich.

Käsemacher in Les Gets

Käsemacher in Les Gets © A.Berkut

Les Menuires: Mit dem Hundeschlitten durch die Nacht

Dany der „Musher“ und sein Hundeschlittengespann bieten zwischen Wäldern und Flussläufen Schlittenfahren auf schneebedeckten Wegen und Feldern an. Das ist eine tolle Möglichkeit, Les Menuires und Saint Martin de Belleville auf außergewöhnliche Art und Weise kennen zu lernen und das nordische Feeling wie bei den Eskimos zu erleben. Der Schlittenhundeführer holt seine Gäste bei der Unterkunft ab und lädt sie in den geschlossenen, mit Decken und Kissen ausgestatteten Schlitten. Dann geht es los! Auf dem Weg steht noch ein Besuch in der alten Mühle „Burdin“ an. Neu ab diesem Jahr sind die einstündigen Schlittenhundefahrten bei Nacht. Jeder bekommt eine Stirnlampe, mit der sich in der Dunkelheit nachtaktive Tiere entdecken lassen. Die frische
Winterluft rauscht um die Nase, während man mit großer Geschwindigkeit über den Schnee gleitet. Im Fackelschein verabschieden sich die Gäste am Ende mit einem Glas Champagner
von diesen magischen und unvergesslichen Momenten. Ideal für Paare und für einen Heiratsantrag. Je nach Schneebedingung. Für Erwachsene und Kinder. Halbstündiger Ausflug: Erwachsene 39 Euro, Kinder 29 Euro. Einstündiger Ausflug: 130 Euro für 3 Personen, darunter 1 Kind. Neu – Ausflug bei Nacht: 240 Euro für 3 Personen, darunter 1 Kind.

Hundeschlitten in Les Menuires

Hundeschlitten in Les Menuires (c) Gilles Lansar

Val d’Isère: Ein Ort mit Seele

Das auf 1.850 Metern gelegene Val d’Isère ist sowohl ein Skiort als auch ein echtes Bergdorf. Die mit Holz und Stein erbauten Chalets und ihre schindelartigen Steinplatten auf den Dächern prägen den Charakter des Dorfs. In dem Maison Moris, das 1662 erbaut wurde und somit eines der ältesten Häuser im Dorf ist, lässt sich das harte, durch den Schnee mühsame Leben von einst entdecken und nachempfinden. Das Maison Moris ist ein authentischer, aber auch außergewöhnlicher Ort. Das Haus hat zwei Eingänge, einen am Erdgeschoss für den Sommer, und eine Tür in der Wand der ersten Etage für den Winter. Oft lag der Schnee in den Bergen so hoch, dass das halbe Haus von ihm begraben wurde. Heute ist das Haus ein Museum namens „Val d’histoire“ und erzählt die lokale Geschichte des Bergdorfs und zugleich die Entwicklung eines Skiortes. Es ist eine Privatsammlung: Alle gezeigten Elemente wurden von Einheimischen, bekannten Persönlichkeiten oder ehemaligen Ski-Champions gesammelt. Dazu zählen alte Skiausrüstungen und Rettungsmaterialen, Fotos, Plakate und Filme. Die Geschichten und Bewohner machten aus Val d’Isère, was es heute ist: Ein Skiort, der von Offenheit geprägt ist, in dem man stolz auf seine Vergangenheit ist und der zugleich in die Zukunft blickt. Maison Moris: In der Wintersaison von Montag bis Freitag von 17 bis 19 Uhr geöffnet.

Val d Isere in Frankreich

Val d Isere in Frankreich © Châtel Tourisme

Val Thorens: Außergewöhnlich schlafen

Auf dem Dach des neuen 5-Sterne Hotels Le Pashmina in Val Thorens steht nun ein „Iglu-Pod“ mit einer runden Kuppel, voll beheizt und ausgestattet. Hier wird eine Übernachtung unter freiem
Himmel angeboten. Durch die nach oben geöffnete Decke lassen sich die Sterne vor dem Schlafen beobachten. Das Hotel selbst ist als Luxus-Refugium von der Familie Gorini konzipiert worden. Vater und Sohn sind Pioniere aus Val Thorens und gelten als Berg-Enthusiasten. Sie drücken mit diesem Bauwerk ihre Vorliebe für große Flächen, Licht und Großzügigkeit aus. Viel Holz sorgt für warme Hüttengemütlichkeit, die mit luxuriöser Ausstattung gepaart ist. Das Gebäude soll jeden Gast mit seiner Erscheinung willkommen heißen. 42 Zimmer und Suiten in variierenden Größen von 36 bis 70 Quadratmetern, 8 Zimmer unter dem Namen “Cosy Home” zwischen 60 und 155 Quadratmetern sowie Triplex-Chalet-Appartements bilden den Hotelkomplex. Die “Cosy Home” Zimmer sind eigentlich Appartments für mehrere Personen, die dort Platz, Privatsphäre und Benutzerfreundlichkeit genießen können. Es gibt sogar eine Einbauküche und mehrere Badezimmer.
Ein Spa auf 400 Quadratmetern lädt zum Schwimmen, Saunieren sowie Entspannen ein und wird von der Marke l’Occitane ausgestattet. Für die kulinarische Verpflegung sorgen die Restaurants „Les Explorateurs“ und „Le Base Camp“.

 

Val Thrones Hotel Pashmir

Val Thrones Hotel Pashmir © A.Berkut

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Ski Frankreich - die französischen Skiorte Châtel, La Plagne, Le Grand Bornand, Les Gets, Les Menuires, Val d’Isère und Val Thorens haben neben dem Wintersport auch viele Besonderheiten zu bieten. Von vergangenen Abenteuern sowie Geschichten, außergewöhnlichen Persönlichkeiten über tierische Kunstwerke und nordische Fortbewegungsmittel bis hin zu einer Übernachtung unter offenem Himmel lassen sich eine Vielzahl an Aktivitäten realisieren. Hier hat jeder die Möglichkeit, eine Erinnerung fürs Leben mit nach Hause zu nehmen.

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